über mich

Alessandra PizziniSchmuck:

zwischen Skulptur, Konzept und Kommunikation

Wenn man eines meiner Schmuckstücke trägt, lassen sich fragende Blicke nicht vermeiden. Eine junge Frau etwa schaut abwechselnd auf den großen roten Ring und auf das Gesicht der Trägerin, auf den Ring und wieder in die Augen und danach wieder auf den Ring.

Der neugierige Blick verrät die Frage: „Was ist denn das für ein seltsamer Ring? Was ist das für eine Frau?“

Blop“ Und genau darum geht es mir. Fragen aufwerfen, Neugier wecken, kommunizieren.

Bei der Arbeit „Beziehungskisten“ entwickelt sich Kommunikation auf einer Metaebene. Beziehungskiste!

Das Wort finde ich spannend, vor allem weil jede Person eine sehr unterschiedliche Auffassung von der Bedeutung dieses Worts hat. So entsteht zwischen Träger und Betrachter eine Unterhaltung über sehr persönliche Sehensweise, auf einer Ebene aber, auf der man sich mit völlig unbekannten Leuten verständigen kann. In Italien geboren, lebe ich seit zehn Jahren in Nürnberg und als „Ausländerin“ nimmt man Wörter etwas anders wahr. Vielleicht ist es, weil ich in Italien und in Deutschland gleichzeitig arbeite oder weil ich selber nicht weiß, welche von den beiden Sprachen mehr „meine“ Sprache ist, dass mein Schmuck selbst zur Sprache wird.

Einen starken skulptorischen Charakter hat die Schale „Leggera“, aus Eisen, geschmiedet und geschweißt. Wie aus einem Nukleon wächst die Form heraus und nimmt immer mehr Raum in Anspruch. Das Wachstum prägt sein Aussehen, Materie und Leere bestimmen in gleichem Maß die Form.

Hier wird das gängige Konzept von Schale umgekehrt. Das Gefäß ist leicht und voluminös und braucht selbst mehr Platz als die Früchte, die in ihr liegen. Das Geschwürartige, die Koexistenz von Regelmäßigem und Unregelmäßigem sind hier Thema.

Auch bei „Frühstück bei Tiffany“ ist die Abweichung von einer bestimmten Norm wichtig. Wie eine klassische Juwelenkette gibt sich „Frühstück bei Tiffany“ zart und filigran.Beim näheren Betrachten sieht man aber, dass die klassische „Körbchenfassung“ statt Edelsteine zu tragen, nackt liegt hinter einem architektonischen Aufbau. Die ursprüngliche Funktion entfällt und die Träger dieser Funktion werden Ornament. Das zarte Rosa, das in verschiedenen Nuancen die Kettenglieder färbt, lässt das Metall erkennen, verleiht ihm eine andere ästhetische Ausstrahlung.

Meine letzten Arbeiten sehen etwas aus wie innere Organe, die man nach außen trägt. Bunt, groß, eigen und ziemlich auffällig. „Schmuck“.

Die Formen öffnen sich, klettern auf dem Pulli herum, scheinen sich bewegen zu wollen, als ob sie eigenes Leben hätten. Fast wie ein Kristall oder wie nach einer mathematischen Formel aufgebaut, verhalten sich diese Objekte doch wie organische Materie.

Oder sie schauen von weitem aus wie eine „Blume“. Je mehr man sich nähert, um so mehr merkt man, dass sie als Blumen doch etwas seltsam sind. Die geometrische Struktur löst sich auf und verfließt in ein

undefiniertes helles, organisches Etwas.

Alessandra Pizzini

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IHM Internationale Handwerksmesse München

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publications

Veröffentlichungen

2011“Schmuck´ 2011“, Sonderschau der Internationale Handwerksmesse München, Katalog, München.

2010 “Premio per il gioiello contemporaneo“, Katalog, Fondazione Cominelli, agc.

2009 “Grassi Messe“, Katalog, Leipzig. 2009 “FormArt – Klaus Oschmann Preis

2009”, Kunsthandwerk und Design.

2009 “FormArt – Klaus Oschmann Preis 2009“, Katalog, Gedok.

2009 “HERINNER RING REMEMBER”, Katalog, Beeld & Ambeeld, Enschede, Niederlande.

2008 “Danner-Preis 2008”, Kunsthandwerk und Design.

2008 “Kulturstrick – Eine Ausstellung in den Deggendorfer Museen”.

2008 “Krawatten und Krawattennadel“, Katalog, Handwerksmuseum Deggendorf.

2008 “Danner Preis“, Katalog.

2008 “Alchimia”, Katalog, Dozenten und Studenten der Contemporary Jewellery School in Florence.

2008 ”Zu Tisch, bitte!“, GZ Plus, Goldschmiede Zeitung – Inhorgenta Designer.

2007 “SOFA New York“, lecture series announces catalogue.

2007 ”Alessandra Pizzini“, Schmuck Magazin, Ausgabe Mai/Juni 2007.

2003 “Stills 2003”, Frauen an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Katalog.

2003 “Handgepäck“, Katalog. 2003 ”Das Korea Projekt“, Kunsthandwerk & Design, Ausgabe Januar/Februar 2003.

2002 “Follow me“, Ausländische Studierende an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Katalog.

2001 “Schmuckstücke 2001“, Reithalle, München, Ausstellungskatalog.

2000 ”Designale-Preis für Gestaltung 1999-2000”, Katalog.

2000 “Schmuckstücke 2000“, Reithalle, München, Ausstellungskatalog.

1999 ”Spoiled“, Nürnberg Magazine, Ausgabe Nov/Dez 1999.

1999 ”Der Intellekt ist Gast am Tisch“, GZ Goldschmiede Zeitung, Ausgabe Mai 1999.

1998 “Talente ´98“, Katalog. 1999 “Schmuckstücke 1999“, Reithalle, München, Ausstellungskatalog.

1995 “Challenges of plastic”, Crespi Trophy 1995, Katalog.

1994 ”IED, dal caffé alla bionica “, Abitare, Ausgabe 334, Novembre 1994.

1993 “Alla ricerca del Tempo perduto”, Italia orafa, Anno IX – n. 2.

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pforzheim

Seminar für die Hochschule Pforzheim Fakultät für Gestaltung Bachelor-Studiengang: Schmuck und Objekte der Alltagskultur

Sommersemester 2012

Titel:                Rituale und Objekte

Welche Rituale begleiten heutzutage unseren Alltag und welche Objekte veranschaulichen diese Rituale? Ist die Führerscheinprüfung unser heutiges Initiationsritual? Sind Tattoos, Piercings, eine Rolex oder ein iMac die Statussymbole unserer Gesellschaft? Warum stehen in meinem Wohnzimmer alte Knochen, Steine, ein geerbter tragbarer Reliquienaltar, Fotos oder Gefundenes, die mich an etwas Bestimmtes erinnern?  Warum sammeln Menschen solche Dinge? Kann es sein, dass eine, den Objekten innewohnende Kraft in unserer vernunftorientierten Gesellschaft spürbar ist? Können Dinge Identität stiften, weil sie Lebensgeschichten erzählen?

Mit diesem Kurs möchte ich mit den Studenten die Beziehung zwischen Mensch und Objekt erforschen und die Studenten dazu anregen, sich künstlerisch mit diesem Thema auseinander zu setzen. Da solche Objekte oft mit Ritualen verbunden sind, wird davon auch die Rede sein. Warum werden bestimmte Gegenstände zu „besonderen Dingen“ auserwählt? Welches sind die Bedürfnisse, die solche Objekte beim Betrachter stillen? Unser Ziel ist es, Stücke zu entwerfen, die als „Begleitwesen“ in Beziehung zu den Menschen treten, die möglicherweise Rituale andeuten oder sogar neue Rituale erschaffen. Unser Ziel ist es, Stücke zu entwerfen, welche durch ihre Handhabung und Form ihrem ursprünglichen semantischen Signifikat entsprechen.

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Zur Information folgt eine kurze Zusammenfassung des Projektes mit dem ich mich momentan beschäftige und welches mich zu dem Inhalt meiner Lehrveranstaltung inspiriert hat.

place-ment“

Mit dem Projekt „place-ment“ möchten wir die Arbeiten dreier Künstlerinnen zeigen, die durch Umzüge, Übersiedlung oder geopolitische Veränderungen mit einem fremden Land konfrontiert worden sind. Reflexionen über kulturelle und psychische Identität sind die gemeinsame Basis, auf der die Künstlerinnen sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise bewegen. Johanna Zellmer (Deutschland) wohnt in Neuseeland und ist mit der Frage der nationalen Identität und den ikonografischen Symbolen, die eine solche Identität zeigen und prägen, beschäftigt. Beate Eismann (Deutschland) wohnt bei Halle und ist momentan mit der Untersuchung beschäftigt, wie Schmuck in unterschiedlichen Kulturkreisen verstanden und benützt wird. Alessandra Pizzini (Italien) wohnt in Deutschland und recherchiert im Moment über persönliche Dinge als identitätsbildende Objekte.

Persönliche Dinge als identitätsbildende Objekte

von Alessandra Pizzini

Es gibt Dinge, die den Menschen anscheinend wichtig sind. Persönliche Objekte oder Lieblingsdinge sind meistens Sachen, die eine Person aus unterschiedlichen Gründen liebgewonnen hat und besonders pflegt und/oder an besonderen Orten aufbewahrt. Hier beispielsweise einige Kategorien von Dingen, die als persönliche Objekte empfunden werden: Erinnerungstücke, gefundene Naturobjekte, handgefertigte Sachen, Schmuck, Fotos, Designstücke, eine alte Teekanne, Kuschelbären, Kleider, Erbstücke, Briefe. Besonders interessiert mich die Bedeutung von Schmuck als identitätsbildendes Objekt und von anderen persönlichen Objekten, die durch ihre intime Konnotation als Talisman bezeichnet werden können. Als Beispiel möchte ich kleine Reliquienaltare zum Mittragen, Fotoschatullen, geheimnishütende Schachteln, Schlafkissen und kleine Objets trouvés nennen.

Solche Dinge haben verschiedene Funktionen, die ich in meinem Projekt analysieren werde. Es sind Stücke, über die wir unser Selbst definieren und womit wir uns gesellschaftlich positionieren – mehr oder weniger bewusst. Angefangen vom Tüchlein, das ein Säugling als Übergangsobjekt (siehe Winnicott

Übergangsobjektstheorie) braucht, um die fehlende ständige Präsenz der Mutter zu bewältigen, bis zum wertvollen Bild, das uns unser Vater beim Umzug geschenkt hat und jetzt in der neuen Wohnung hängt, dienen Dinge dazu, eine gewisse psychische Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. Es gibt besondere Situationen, in denen das Bedürfnis nach solchen Objekten sehr ausgeprägt ist. Meist stellen solche Momente Übergangsphasen dar, die für Veränderungen und Übertritte in neue persönliche oder gesellschaftliche Situationen stehen. Übertritte werden oft durch Rituale und eben das konkrete Objekt symbolisiert. Wie eine anthropologische Konstante scheinen solche Dinge den Menschen schon immer zu begleiten mit ihrem einmaligen symbolischen und fetischartigen Charakter. Von Geburt und Initiationsritualen bis zu Heirat und Tod begleiten solche Stücke den Menschen in die nächste Lebensphase, um ihn zu schützen und stärken für seine neuen Aufgaben. Mir scheint besonders interessant, die Wichtigkeit solcher Momente in unserer Gegenwart hervorzuheben, um gewisse Rituale und Traditionen wieder inhaltlich zu reflektieren, oder neue Rituale zu schaffen. Meine Recherche beinhaltet sowohl eine theoretische wie eine praktische Arbeit.

Bei meiner theoretischen Arbeit möchte ich einen kurzen Beitrag über obengenanntes Thema schreiben. Als Methoden stelle ich mir sowohl klassische bibliografische Arbeit wie Befragungen vor. Auf Basis meiner theoretischen Recherche möchte ich mich künstlerisch zu folgenden Themen ausdrücken: Geburt – Beziehung – Ehe – Umzug – Talisman – Erinnern – Reliquie/Tod

Ein anderer wichtiger Aspekt meiner Recherche ist die Untersuchung der Beziehung zwischen den Objekten und den Orten, an denen diese besonderen Dinge aufbewahrt werden. Denn nicht selten dienen persönliche Objekte der Personalisierung bestimmter Räumlichkeiten, die dadurch Schutzfunktion erhalten. Bei der geplanten Ausstellung werde ich durch mein Raumkonzept die dekontextualisierten Objekte in neue Beziehungen zueinander stellen. Diese räumlichen Verflechtungen spiegeln den Inhalt meiner Recherche und werfen die Frage auf: Warum stehen diese Dinge nebeneinander? Und genau diese Fragestellung ermöglicht dem Zuschauer, die semantische Bedeutung solcher Objekte zu hinterfragen.

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florence

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„Alchimia“ Contemporary Jewellery School

PROGRAMM

2 Jahrgang

September 2005 bis Juni 2006

Erstes Thema:

Brain storming – Materialien und Prozesse

Zweites Thema:

Sprichst du Schmuck?“

Schmuck als Sprache: Was ist „Schmuck“?

Schmuck tragen bedeutet kommunizieren.

Drittes Thema:

Was willst du sagen?”

Schmuck als Kommunikation, Schmuck als Botschaftsträger.

Schmuck als Erzählung.

Viertes Thema:

Sich selbst vergessen und arbeiten”

Schließe die Augen und versuche mit den Händen zu denken. Schließe die Augen und versuche mit deinem Körper zu denken. Schließe die Augen und bewege dich. Hinterlasse Spuren von dir.

Fünftes Thema:

Wo kommen deine Schmuckstücke her?”

Erzählen und sich selbst Erzählen als Bedürfnis.

Etwas zeigen, so wie man es selbst sieht. Dein eigener Blickwinkel.

Sechstes Thema:

Draußen”

Dem folgen, was man findet. Zufall, Inspiration.

Aus dem Zimmer heraustreten, draußen eine Idee haben.

Hinterlasse Spuren von dir.

Siebtes Thema:

Alles transformiert sich. Nichts geht verloren.

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nuremberg

Lehrtätigkeit an der Akademie der Bildende Künste in Nürnberg

Klasse für Gold und- Silberschmieden

Innerhalb meiner Tätigkeit als Assistentin von Professor Ulla Mayer habe ich Sie in jegliche Belangen stätig unterstützt und war am Lehrstuhl präsent während der Präsidentschaft von Professor Mayer an der Akademie.

 

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unter dem meer

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schwarz

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schmuck

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perle

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